Was wird aus dem Friedhof?

Gemeindeversammlung in Strössendorf am 15.11.2017

Soll die Kirchengemeinde den Friedhof auch in Zukunft betreiben oder kann sie besser für Trauernde da sein, wenn sie die Friedhofsträgerschaft an die politische Gemeinde abgibt?

Der landeskirchliche Reformprozess „Profil und Konzentration" regt uns an, neu danach zu fragen, was Auftrag der Kirche ist und wofür wir unsere Ressourcen einsetzen. Vor diesem Hintergrund diskutierte eine Gemeindeversammlung der Ev.-Luth. Kirchengemeinde Strössendorf über die Zukunft des Friedhofs.

Friedhof in StrössendorfDie Versammlung stellte fest, dass das Profil der Kirchengemeinde und die Nutzung des Friedhofs wesentlich von den Dörfern Neuses und Weidnitz geprägt sind, die zur Stadt Burgkunstadt gehören. Der Strössendorfer Friedhof liegt aber auf dem Gebiet der Gemeinde Altenkunstadt. Der zweite Bürgermeister der Gemeinde Altenkunstadt, Georg Deuerling, wies in der Versammlung darauf hin, dass die Gemeinde Altenkunstadt und die Stadt Burgkunstadt langfristig über die Gründung gemeinsamer Stadtwerke beraten. Möglicherweise könnten die Stadtwerke den Strössendorfer Friedhof und umliegende Friedhöfe als Gemeinschaftsaufgabe betreiben. Dann könnte man auch die Gebührenordnungen einheitlich gestalten, obwohl die Betriebskosten beim Strössendorfer Friedhof mit seiner Hanglage besonders hoch sind. Pfarrer Christian Brecheis meinte, die „Jahrhundertentscheidung" zur Zukunft des Friedhofs müsse nicht kurzfristig getroffen werden. Kirchliche Konzentration kann hier auf kommunale Kooperation warten.

Warten kann die Kirchengemeinde aber nicht, wenn es um Bäume und Wege auf dem Friedhof geht. Nach kontroverser Diskussion sprach sich die Gemeindeversammlung mehrheitlich dafür aus, Bäume, die die Friedhofsmauer schädigen, zu fällen, soweit dies rechtlich möglich ist. Auch Friedhofswege mit Stolperfallen sollen saniert werden. Gebührenerhöhungen sind angesichts hoher Betriebskosten wahrscheinlich nicht zu vermeiden. Wenn der Kirchenvorstand und die kirchliche Verwaltungsstelle dazu konkrete Zahlen und Vorschläge vorlegen können, soll eine weitere Gemeindeversammlung einberufen werden.

„Kantnersgarten" soll verkauft werden

Die finanzielle Situation der Kirchengemeinde könnte durch einen Grundstücksverkauf verbessert werden: Die politische Gemeinde Altenkunstadt will den „Kantnersgarten" neben dem Feuerwehrhaus erwerben, weil sie das Feuerwehrhaus vergrößern will. In der Gemeindeversammlung gab es keine Einwände dagegen.

Gottesdienste in Strössendorf

Die Versammlung beschäftigte sich außerdem mit Gottesdiensten und der Nutzung der Strössendorfer Kirche. Die Emporen sollen zwischen Weihnachten und Palmsonntag nicht mehr geöffnet und beheizt werden, weil die ganze Gottesdienstgemeinde im unteren Bereich der Kirche Platz findet. Am Karfreitag soll in Strössendorf, anders als in den letzten Jahren, auch am Vormittag ein Gottesdienst mit Abendmahl stattfinden.

Über die Verbesserung des gesamten Gottesdienstangebots für traditionsorientierte Gottesdienstbesucher und für Menschen, die wir zur Zeit kaum erreichen, ist weiter zu diskutieren. Auch für diese Diskussion können Anregungen aus „Profil und Konzentration" hilfreich sein: Der Reformprozess regt dazu an, nicht nur auf die eigenen Bedürfnisse zu achten, sondern nach einem „einfachen Zugang zur Liebe Gottes" für alle Menschen zu suchen.

Pfarrer Christian Brecheis